Der Siebenpunkt-Marienkäfer und seine Verwandten
Es gibt in Mitteleuropa einige Arten von Marienkäfern. Allein in Deutschland zählen die possierlichen Tierchen 80 verschiedene Arten. Davon sind 50 Arten damit beschäftigt sich von Blattläusen zu ernähren. Der wohl bei uns in Deutschland bekannteste Marienkäfer ist der Siebenpunktmarienkäfer (Coccinella septempunctata, Coccinellidae). Seit einigen Jahren konkurriert dieser allerdings sehr stark mit dem hierzulande "eingeschleppten" Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis, Coccinellidae). Ein weiterer bekannter Vertreter ist der Zweipunktmarienkäfer (Adalia bipunctata, Coccinellidae).
Der Siebenpunkt-Marienkäfer wird ca. 5-9mm lang. Die Flügeldecken (Elythren) besitzen eine orange-rötliche Färbung mit 7 dunklen, gleichmäßig verteilten Punkten. Die Weibchen legen Ihre Eier im Frühjahr in Blattlauskolonien ab, wo die Larven bei warmen Temperaturen (um 18-20°C) nach 5-8 Tagen schlüpfen. Dies ist das erste larvale Entwicklungsstadium von insgesamt vier. Die Larven weisen eine ganz typische Form und Musterung auf. Es sind dunkel-schwarze Larven mit gelben Punkten. Am Ende des 4. Larvenstadiums sind bei warmen Temperaturen 16 Tage vergangen. Die darauf entstehende Puppe entwickelt sich ca. 12 Tage. Es folgt der adulte Käfer. Von der Eiablage bis zum Imago benötigt das Insekt ca. 25 - 35 Tage (je nach Temperatur).
Der holometabole Siebenpunktmarienkäfer ist ein prima Blattlausräuber und kann sowohl als Larve als auch als Imago Blattläuse vertilgen. Er kommt natürlich in vielen Acker- und Gartenbaulichen Kulturen vor und kann durchaus als Nützling eingesetzt werden. Pro Tag frisst ein Käfer ca. 130 - 150 Blattläuse. Ein Larve frisst in Ihrer kpl. Entwicklung bis zu 800 Blattläuse.
Der Siebenpunktmarienkäfer bringt zwei Generationen pro Jahr zur Welt. Unter Glas und in warmen Europäischen Ländern auch mehr. Überwintert wird ab 14°C in Höhlen, Häusern, unter Laub, Gras oder Stroh.
Der Zweipunkt-Marienkäfer ist deutlich kleiner als der Siebenpunktmarienkäfer. Er trägt je einen schwarzen Punkt pro Elythre. Diesen Marienkäfer gibt es jedoch auch in einer völlig schwarzen Variante, mit roten Punkten. Hier können auch 2 Punte je Elythre auftreten. Die Unterseite des Käfers ist kpl. schwarz. Adalia bipunctata kommt vorwiegend in Hecken und an Holzgewächsen vor.
Den Vierzehnpunkt-Marienkäfer (Propylaea quatuordecimpunctata) finden wir hauptsächlich in Getreidefeldern und an Gräsern.
Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) ist der bereits angesprochene "Eindringling" aus fernen Ländern, der sich durch früheren Nützlingseinsatz in unseren Breiten mittlerweile heimisch fühlt. Ein Problem besteht in der direkten Nahrungskonkurrenz zu einheimischen Arten und in der explosionsartigen Vermehrung. Der Asiatische Marienkäfer ist aber unbestritten ein guter Blattlausräuber.