
Richtig guten Samen zu finden ist gar nicht mal so einfach wie es scheint, es sei denn man hat bereits einige gute Bezugsquellen durchgetestet und für gut befunden. :-) Schaut doch einfach einmal in der eBay-Suche unter "Chili" nach und Ihr werdet mit vielen hundert Ergebnissen konfrontiert (eher bombardiert). Was sollte der neu einsteigende (Hobby-) Chili-Anbauer nun beachten?
Die Frage, die sich stellt ist: Soll es sortenreines, hochqualitatives Saatgut sein oder reicht auch irgendein Chili-Samen (z.B. aus einer getrockneten Thai-Chili)? Nun, hier möge jeder für sich selbst entscheiden. Der professionellere und vor allem sicherere Weg für den Ernteerfolg ist aber in jedem Falle die Wahl des Qualitäts-Saatgutes, denn Überraschungen gibt es immer noch genug. Wenn Ihr die Früchte später verwenden wollt und auf vielfache Weise nutzt, gibt es spezielle Chili- Arten bzw. Sorten die für eine ganz bestimmte Verwendungsart optimal geeignet sind. Zum Beispiel erzeugen eingelegte Jalapenos ein ganz besonderes Aroma. Die Arbeit, die wir eine ganze Saison in die Capsicum - Anzucht stecken, soll letztendlich doch auch belohnt werden.
Bei Verwendung von falsch hergestelltem bzw. falsch gelagertem Saatgut kann es ganz schnell böse Überraschungen geben. Wer Chili's zum Füllen (also groessere Exemplare) anzieht, wird sicher grosse Augen machen, wenn später kleine mickerige Minichilies an der Pflanze wachsen. Oder der Schärfe-liebende "Chilisüchtige", der feststellen muss, dass seine das ganze Jahr über wohlgehüteten und optimal gewachsenen Habaneros zwar aussehen wie Habaneros aber überhaupt keine Schärfe aufweisen. :-( Nicht gut. Oft kann solches Saatgut auch Krankheiten übertragen, die während der Wachstumsphase der Pflanze ausbrechen und auch benachbarte Pflanzen in Mitleidenschaft ziehen. Auf diese Weise sind schon ganze "Plantagen" innerhalb kürzester Zeit vernichtet worden. Nicht zuletzt spielt auch die Keimfähigkeit des Saatgutes eine entscheidene Rolle. Es ist sehr ärgerlich feststellen zu müssen, dass der Erfolg der Aussaat lediglich 10% oder 20% beträgt. Probleme, die mit gutem Qualitätssaatgut deutlich seltener (wenn überhaupt) auftreten.
Dass eine Chilipflanze "fremd" bestäubt wird und somit das Erbgut im Samen für die nachfolgende Generation verändert wird, kann im Mischanbau sehr schnell geschehen. Die Samen fast aller Capsicum Arten bilden nach Fremdbestäubung in der nachfolgenden (F1) Generation - Hybriden aus, die durchaus Merkmale beider Elternpflanzen tragen können. Die unangenehme Folge für den Chili- Anbau mit diesem Saatgut ist die Unvorhersehbarkeit der "Produkte" die entstehen, da ein Elternteil unbekannt ist. Des weiteren solltet Ihr darauf achten kein selbstgezogenes Saatgut von F1-Hybriden zu verwenden. Dies sind Züchtungen aus verschiedenen Arten, die sich aber ab der 2.Generation wieder mit der Tendenz zu den Elternteilen aufspalten, d.h. sie werden sich vom Aussehen und vom Genotyp wieder den (unbekannten) Eltern der F1- Hybride annähern.
Wer also "reines" Saatgut erhalten will, sollte den Samen entweder seinen separat gehaltenen, reinrassigen Capsicum-Arten entnehmen oder eine Bestellung bei einem Qualitätssaathersteller bzw. - vertreiber tätigen. Hier bieten sich gerade über das Internet viele Möglichkeiten an. Unter Links habe ich bereits einige gute Saathersteller bzw. -vertreiber aufgeführt, mit denen ich bisher gute Erfahrungen gemacht habe.
Wer nur mal so ein paar Pflanzen zur Probe anbauen möchte, kann natürlich auch versuchen die Pepperoni aus dem Supermarkt zu entkernen und diese Samen auszusäen oder Ihr kauft Euch getrocknete Thai- Chilis (im China-Laden :-)) und nehmt diese Samen. (Wichtig: Die Früchte müssen dafür reif sein!!! - Keine Grünen Früchte verwenden!) Auch die Saat der zu Hause gewachsenen Chilies kann einen unglaublichen Reiz ausüben :-) (Wir haben's alle schon ausprobiert.) Dies ist natürlich möglich, bringt oft aber unvorhersehbare Ergebnisse.